„Wirtschaft in die Schule“
Unter Federführung der Bürgerstiftung Braunschweig soll die Ausbildungssituation in Braunschweig durch eine bessere Berufsvorbereitung in den Realschulen verbessert werden. Als Bildungsträger ist die Volkshochschule beteiligt. Sie erarbeitet zusammen mit der IHK, der Kreishandwerkerschaft und dem Arbeitgeberverband vier Unterrichtsmodule. Zur Finanzierung des Projektes hat die Bürgerstiftung Braunschweig einen von ihr betreuten, geschlossenen Fonds eingerichtet.
Die Praxis-Module sind auf die 8. und 9. Klassen abgestimmt, die effektiver als bisher auf die spätere Ausbildung vorbereiten. „Im Vordergrund steht die Stärkung der persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen“, betont Ulrich E. Deissner, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes.
In Modul 1 werden in einer Woche die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler analysiert. Sie lernen, ihre berufliche Eignung und Neigung besser einzuschätzen. Die Module 2 und 3 geben praktische Einblicke in gewerblich-technische und kaufmännische Berufsfelder. Bereits hier sind kompetente Partner aus der Wirtschaft einbezogen, vorgesehen sind auch sogenannte Übungsfirmen. Das 4. Modul bereitet auf das Berufspraktikum vor. Hier wird eng mit Vertretern aus der Wirtschaft zusammengearbeitet. Sie vermitteln allgemeine Kompetenzen und führen Bewerbungstrainings durch. Daran schließt sich das in Schulen übliche, dreiwöchige Berufspraktikum an. Die Ergebnisse der Blöcke werden für die einzelnen Schüler/innen von der Schule analysiert und gezielt im Schulunterricht verarbeitet, um eventuelle Defizite aufzuarbeiten oder Stärken zu fördern.
„Dass das Projekt realisiert werden kann, ist nicht zuletzt Braunschweiger Unternehmen zu verdanken. Sie unterstützen das Projekt finanziell und durch den Einsatz von erfahrenen Mitarbeitern innerhalb der Praxismodule,“ freut sich Deissner.
Vorbild-Funktion
Wirtschaftsdezernent Joachim Roth, der auch Geschäftsführer der Braunschweig Zukunft GmbH ist, ist vom Erfolg des Projektes überzeugt: „Gerade in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels ist dieses ein richtiges Signal. Es zeigt, wie wichtig eine qualifizierte Nachwuchsförderung ist, die in der Schule beginnen sollte. Das Besondere ist die enge Kooperation von Bildung und Wirtschaft, durch die eine einzigartige und auch für die schulische Ausbildung dringend notwendige Praxisnähe erreicht wird.“ Besonders hervorzuheben sei die Finanzierung dieses Projektes. Sie wird entscheidend durch die Braunschweiger Unternehmen und anteilig durch die Agentur für Arbeit sichergestellt. „Das Engagement der Braunschweiger Unternehmen, ohne deren fachliche und finanzielle Unterstützung das Projekt Wirtschaft in die Schule nicht möglich wäre, verdient besondere Anerkennung. Dieses Braunschweiger Projekt hat Vorbildfunktion“, so Roth weiter.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Braunschweig, Harald Eitge: "Berufsorientierung ist als gesetzlicher Auftrag in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Agentur für Arbeit gerückt. Wir unterstützen diese Projekte, die ja letztendlich mit dafür sorgen sollen, dass die Wirtschaft die passenden Fachkräfte erhält, sehr gern. Das Projekt "Wirtschaft in die Schule" ist ein guter Ansatz, um die Arbeit der Berufsberatung in den Schulen zu unterstützen und die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten".
Ulrich E. Deissner, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Bürgerstiftung Braunschweig, sieht die Stärken des Projektes ebenfalls vor allem im Praxisbezug: „Da wir für Module praxiserprobte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Braunschweiger Unternehmen gewinnen konnten, stellen wir die authentische Berufsorientierung während des Projektes sicher. So wird den Realschülerinnen und -schülern bereits in einer frühen Phase ihrer Schulzeit ein Einblick in die Praxis gewährt“.
Adalbert Wandt, Braunschweiger Unternehmer, Gastgeber des Pressegespräches am 10.10.2008 und zuständig für den Jugend und Berufsdienst des Rotary Club Braunschweig-Hanse: „Ich bin von diesem Projekt überzeugt, das müssen wir unterstützen. Der Rotary Club Braunschweig-Hanse fühlt sich geehrt, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen und wird gerne finanzielle Unterstützung und Zeitstifter zur Verfügung stellen.“