Foto: Oberbürgermeister Dr. Hoffmann im Gespräch mit den Freizeit-Rappern und Mitgliedern des Teilprojektes von PAMIR-SON
13.07.2007
Stadt geht mit gutem Beispiel voran, Unternehmen ziehen mit bei Initiative für mehr Ausbildungsplätze in Braunschweig.
Bei der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze geht die Stadt Braunschweig mit gutem Beispiel voran. Der Konzern Stadt - Verwaltung und Gesellschaften - erhöht in diesem Jahr sein Ausbildungskontingent um 14 Plätze. Das teilte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann am heutigen Freitag gegenüber Braunschweiger Wirtschaftsvertretern mit, die sich zu der Veranstaltung "Braunschweiger Unternehmen bilden Braunschweiger Jugendliche aus" zusammengefunden hatten.
Braunschweiger Firmen ziehen bei der Initiative mit: Bei dem Treffen wurde deutlich, dass einige der teilnehmenden Unternehmen bereits im Vorfeld zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen haben. Weitere kündigten dies bei der Veranstaltung an. Insgesamt entstehen so in Braunschweig nach derzeitigem Stand rund 50 zusätzliche Lehrstellen in den unterschiedlichsten Branchen - von der Kauffrau für Bürokommunikation über den IT-Fachinformatiker Systemintegration bis zum Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik. "Das ist sehr erfreulich, und ich hoffe, dass weitere positive Beispiele folgen", kommentierte Dr. Hoffmann, der gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und der ARGE Braunschweig zu der Veranstaltung eingeladen hatte.
"Für die Jugendlichen aus Braunschweig, die sich hier in unserer Stadt um einen Ausbildungsplatz bemühen, müssen wir etwas tun", hatte der OB eingangs in seiner Rede vor Vertretern von 55 Braunschweiger Unternehmen in der Lokhalle der Verkehrsfreunde in der Borsigstraße betont. Dem viel beklagten Fachkräftemangel der Wirtschaft sei nur abzuhelfen, wenn die Wirtschaft ausreichend Ausbildungsplätze schaffe.
So habe der Konzern Stadt 14 zusätzliche Ausbildungsstellen geschaffen. Sechs davon entfielen auf die Verwaltung, acht auf die städtischen Gesellschaften. Dr. Hoffmann rief dazu auf, zusätzliche Ausbildungsplätze zu melden. Stadt, Bundesagentur und ARGE würden dann den Unternehmen dabei helfen, diese Stellen mit geeigneten Kräften zu besetzen.
Junge Frauen und Männer, die ohne Ausbildung blieben, fielen fast unvermeidlich in die Arbeitslosigkeit. "Das dürfen wir nicht akzeptieren", hob der OB hervor. "Die Jugendarbeitslosigkeit ist ein Problem, das uns alle angeht und dessen Lösung unsere volle Unterstützung verdient. Jeder neue Ausbildungsplatz gibt einem jungen Menschen die Perspektive, sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten."
Zwar habe sich der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr entspannt, Braunschweig liege im Bundesvergleich aber bei den Beschäftigungszahlen zurück. "Das darf nicht so bleiben", forderte der OB. Neue Ressourcen müssten erschlossen werden, und dazu diene auch diese Veranstaltung.
Die Situation auf dem Braunschweiger Ausbildungsmarkt erscheine nur rechnerisch nahezu ausgeglichen - 1.821 gemeldeten Ausbildungsstellen seit Oktober stehen 1.845 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Dieser Schein trüge, erläuterte der OB: Die Statistik weise nur Bewerber mit Wohnsitz in Braunschweig aus. In Braunschweig, dem Mittelpunkt der Wirtschaftsregion, würden jedoch auch viele Jugendliche aus den umliegenden Kommunen sowie aus Sachsen-Anhalt eine Lehrstelle suchen. "Durch diese erhöhte Nachfrage wird die Relation zwischen Angebot in der Stadt und Nachfrage aus der Region für junge Braunschweiger erheblich ungünstiger."
Viele Firmenvertreter nutzten bei der Veranstaltung die Möglichkeit, sich an den Ständen der Bundesagentur, der ARGE und der Fachbereiche Soziales und Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie über Projekte zur Ausbildung und Förderung von Jugendlichen zu informieren. Diese Firmen und Einrichtungen in Braunschweig haben anlässlich der Veranstaltung spontan die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze zugesagt: BBR, BS/Energy, CKC AG, Kathmann GmbH & Co. KG, Kosatec, Kroschke, Küchen aktuell, Luftfahrtbundesamt, New Yorker, Nord/LB, Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, Wandt Spedition.