„Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH hat im vergangenen Jahr insgesamt rund 725.000 Euro eingesetzt, um in unserer Stadt Arbeitsplätze zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich in schwierigen Situationen befinden, und von jungen Unternehmen, die sich noch auf dem Markt durchsetzen müssen, ist ein wichtiges Instrument der Wirtschaftsförderung.“ Darauf wies der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft, Joachim Roth, hin. Der erste kritische Punkt der Unternehmensentwicklung sei die Gründungsphase. Erfahrungsgemäß sei auch die Erweiterungsinvestition selbst eines gut aufgestellten Unternehmens ein Wendepunkt, der Unternehmer vor große Herausforderungen stellt. Nicht zuletzt könne ein Unternehmen in ernste Schwierigkeiten geraten, wenn es durch Baustellen für seine Kundschaft über ungewöhnlich lange Zeit schlecht erreichbar ist.
„Manchmal sind es verhältnismäßig kleine Beträge, die dazu beitragen können, dass eine geschäftliche Hürde genommen wird und Arbeitsplätze gerettet oder neu geschaffen werden“, betonte Roth. „Deshalb hilft die Braunschweig Zukunft in solchen kritischen Momenten unter klar definierten Voraussetzungen ehe es zu spät ist und hat damit große Erfolge erzielt.“
Arbeitsplatzeffekte durch KMU-Förderung
So fördert die Braunschweig Zukunft nach der Richtlinie der Stadt zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) seit 2007 Investitionen einzelner Betriebe, die positive Auswirkungen auf Arbeitsplätze haben. Diese Förderung kompensiert die in der Förderperiode 2007-2013 sehr stark eingeschränkte Landesförderung, die bisher zur Kofinanzierung von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch die Betriebe genutzt werden konnte. Für die gesamte Förderperiode stehen dafür 3,1 Mio. Euro bereit – 1,8 Mio. Euro aus dem Topf der EU und bis zu 1,3 Mio. Euro aus dem Haushalt der Stadt.
Im vergangenen Jahr gab die Braunschweig Zukunft acht Braunschweiger Unternehmen Zuschüsse zwischen rund 14.000 bis 100.000 Euro, die sich auf insgesamt 450.000 Euro summiert haben.
Seit Beginn dieser Mittelstandsförderung 2007 qualifizierten sich 33 Unternehmen für rund 1,7 Mio. Euro an Zuschüssen, mit denen 682 Arbeitsplätze (davon 41 Ausbildungsplätze) erhalten und 128 neue Arbeitsplätze, darunter 24 Ausbildungsplätze, geschaffen werden konnten. Insgesamt sind 810 Dauerarbeitsplätze einschließlich 65 Ausbildungsplätzen gefördert worden. Bis zum Ende der Förderperiode stehen noch weitere 1,4 Mio. Euro zur Verfügung.
Zum Start in Selbständigkeit
Zuschuss aus dem Gründerfonds
An junge Unternehmen mit Sitz in Braunschweig, die zumeist nicht technologieorientiert sind, richtet sich der ebenfalls 2007 geschaffene Gründerfonds (technologieorientierte Unternehmen werden unabhängig davon zusätzlich im Technologiepark gefördert). Daraus gewährt die Stadt Zuschüsse für die Gründung oder den Erwerb eines Unternehmens als Einstieg in die Selbständigkeit oder auch für die Erweiterung eines Unternehmens. 2011 wurden elf Unternehmen mit Zuschüssen zwischen 3.500 und 7.500 gefördert, die einen Gesamtbetrag von rund 75.000 Euro ergeben.
Seit Einrichtung des Fonds, für den die Finanzausstattung für die Jahre 2007 bis 2011 insgesamt 450.000 Euro betrug, wurden bis Ende Dezember 2011 insgesamt 64 Neugründungen bzw. Erweiterungen in Braunschweig durch einen Zuschuss unterstützt. Dabei sind Mittel in einer Gesamthöhe von 422.000 Euro bewilligt und ausgezahlt worden. Dadurch sind 172 Arbeitsplätze neu entstanden oder gesichert worden. Unterstützt wurden Existenzgründer aus den Bereichen Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Produktion. Im Jahr 2012 stehen Existenzgründern wieder 100.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung.
Schnelle Hilfe aus dem Baustellenfonds
Schnelle und unbürokratische Hilfe leistete die Braunschweig Zukunft GmbH zudem aus dem im Mai 2011 eingerichteten Baustellenfonds. Seine Schaffung war eine Reaktion auf die Auswirkungen der über zwei Jahre dauernden Bauarbeiten am Fallersleber Tore, die den ersten und bisher einzigen Anwendungsfall begründeten: Viele kleine Unternehmen hatten durch die sich hinziehenden Bauarbeiten existenzgefährdende Umsatzeinbußen erlitten. Ein Beirat, in dem neben der Industrie- und Handels-kammer, die Handwerkskammer, der Einzelhandelsverband, die Stadt und die Braunschweig Zukunft GmbH vertreten sind, bewilligte nach eingehender Prüfung 2011 28 Anträge mit einem Volumen von rund 199.000 Euro. Die Zuschüsse bewegten sich zwischen 1.000 und 24.500 Euro. Ende Dezember gab der Beirat drei weiteren Anträgen statt. Die sich daraus ergebende Förderung von insgesamt 24.600 Euro wird in diesem Jahr ausgezahlt.
Wirtschaftsförderer Roth: „Die Bilanz ist beachtlich: Allein mit den beiden 2007 aufgelegten Fonds für kleine und mittlere Unternehmen sowie dem Gründerfonds konnten bisher 982 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden.“