Vor einigen Wochen diskutierten Experten in der Wirt-schaftswoche die Frage, ob es ratsam sei, in der derzei-tigen Wirtschaftskrise ein Unternehmen zu gründen.
Diese Frage stellen sich Sebastian Hoitz (18) und Tho-mas Schaaf (17) erst gar nicht. Sie machen einfach. Seit 01. Juni 2009 haben Sie ein Büro im Technologiepark am Rebenring gemietet. Ihr Unternehmen heißt Komola. Der Name ist ein Kunstwort, dass sich die beiden Gym-nasiasten eines Nachts beim Chatten ausgedacht haben. Eine spätere Internetrecherche ergab, dass dieses Wort in einem afrikanischen Dialekt „den Todesstoß geben“ bedeutet. Halten Sie das für ein schlechtes Omen? Fehl-anzeige. Der Name steht, und nun machen sie einfach.
„ In Amerika gibt es ein Programm, mit dem Webapplika-tionen geschrieben werden. Wir haben uns mit dem Her-steller in Verbindung gesetzt, weil wir es ins Deutsche übersetzen wollten. Dafür haben wir die Genehmigung bekommen und vertreiben es nun in Deutschland“ erklärt Thomas Schaaf, der mit seinen Eltern drei Jahre in den USA gelebt hat.
„Unser zweites Standbein ist die Entwicklung eigener Webapplikationen“ ergänzt Sebastian Hoitz.
Sebastian Hoitz und Thomas Schaaf wirken völlig un-verkrampft, aber nicht naiv. Sie wissen, was sie wollen, machen sich aber nicht so viel Gedanken darüber, ob es gut gehen wird, ob sie genügend Geld verdienen wer-den, Steuern zahlen können. Ihre Firma ist eine Unter-nehmensgesellschaft, die eine Haftungsbeschränkung einschließt und bei der sie mit niedrigem Kapital starten konnten.
Derzeit haben sich noch ein bzw. zwei Jahre Schule vor sich. Anschließend wollen sie Wirtschafts- und Betriebs-informatik studieren. Die Firma ist also nicht alleiniger Lebensinhalt.
Am Ende des Gesprächs bleibt bei Joachim Roth, Ge-schäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsge-sellschaft Braunschweig Zukunft GmbH, die den Techno-logiepark betreibt, der Eindruck: „Von dieser Mischung aus Optimismus und Zielstrebigkeit können wir alle uns eine Scheibe abschneiden. Nicht so viel grübeln, son-dern einfach machen.“
Photo (v.l.): Sebastian Hoitz (Komola), Joachim Roth (Geschäftsführer Braunschweig Zukunft GmbH), Thomas Schaaf (Komola), Florence Hahn (Verwaltungsleisterin Technologiepark)